Reisebericht: Sao Miguel (Azoren, Portugal) – Hot Spot mitten im Atlantik!

Selfie Parque Terra Nostra Sao Miguel

Selfie im Parque Terra Nostra (Foto: Atilla Wohllebe)

In diesem Reisebericht zu den Azoren schildere ich meine Highlights aus knapp anderthalb Wochen auf Sao Miguel.

Elf Tage Azoren – Ökotourismus für EInsteiger auf Sao Miguel!

Rund 25 Jahre Pauschaltourismus & dieses Jahr entdecke ich plötzlich die etwas anderen Reiseziele für mich – nachdem ich 2017 schon in Nordkorea und Peking war und auch schon mit dem Auto von Lissabon nach Porto gefahren bin, verschlägt es mich nun also auf die Azoren.

Genauer gesagt: Sao Miguel, irgendwo mitten im Atlantik. Gerade einmal rund 140.000 Menschen leben auf der Insel, die gleichzeitg auch die größte Insel der Azoren Gruppe ist – und damit gewissermaßen Zentrum dieser autonomen Region, die zu Portugal gehört.

Die Azoren und Sao Miguel gehören definitiv zu den noch weniger stark frequentierten Reisezielen Europas. Der Flughafen von Ponta Delgada (Piste + Halle auf einer Klippe) werden immer von TAP Portugal und Ryanair angeflogen. Wer hier hin kommt, will eigentlich genau drei Dinge: Wandern – Whale Watching – Abschalten. Anders gesagt: Sao Miguel ist der ideale Ort für Jung & Alt abseits jeder Party Piste à la Mallorca. Die Azoren sind ein tolles Ziel für Ökotouristen.

Wanderrouten, Restaurants & Co auf Sao Miguel

Neben praktisch durchgängigen Steilküsten und nur wenigen Stränden ist Sao Miguel vor allem durch seine drei Seen gekennzeichnet: Der Lagoa Azul ganz im Westen, der Lagoa do Fogo (mittig) und der Lagoa das Furnas (östlich der Mitte). Die drei Seen und die Küste bieten gleichzeitig vielfältige Wanderrouten, die das sportliche Urlauber-Herz höher schlagen lassen. (Eine gute Übersicht plus GPX Dateien für die Wanderrouten gibt es auf visitazores.com)

Darüber hinaus gibt es auf Sao Miguel unter anderem Höhlen, Parks und einige wenige grobe Sand- oder Kiesstrände bzw. steinige Badestellen (Badeschuhe lohnen sich!), sodass auch der Atlantik entdeckt werden kann. (Wer eine Diving Tour buchen möchte, fährt dazu am besten an den Hafen von Ponta Delgada!).

Die folgende Karte zeigt die erwähnte Wanderrouten auf Sao Miguel sowie zahlreiche Restaurant, Sehenswürdigkeiten und andere Hot Spots, bei denen sich ein Besuch lohnt:

Besonders Highlight: Am Hafen von Ponta Delgada bieten zahlreiche Unternehmen das Whale Watching an. Wer gerne Wale auf den Azoren beobachten will, ist hier genau richtig. Meine Empfehlung lautet dabei übrigens ganz klar Futurismo – nicht ganz günstig, dafür sehr erfahren, verantwortungsbewusst und lehrreich!

Snapshots – Impressionen aus zehn Tagen Sao Miguel / Azoren

Die folgende Shots zeigen Impressionen, was man in zehn Tagen auf der Insel so entdecken kann – sicherlich geht noch einiges mehr, definitiv aber auch einiges weniger.

Zu den Bildern einige Anmerkungen: Die Insel ist aus Vulkanen entstanden. Die Seen sind also vollgelaufende Krater – entsprechend ist der Schaum am Ufer des Furnas See weder Seife noch Dreck, sondern vielmehr Schwefel. Wer nicht weiß, wie Schwefel riecht, kann genau das am Furnas See herausfinden – faule Eier sind ein Witz gegen die stinkend-brodelnde Quelle, die einen die Augen zusammenkneifen lässt. Für alle World Of Warcraft Fans: Geht die Wanderroute an den Lagoa do Fogo – das Tal, das auf dem einen Foto zu sehen ist, liegt auf diesem Weg, wird durch einen Fluss durchquert und ist gleichzeitig Brutstätte zahlreicher Möwen. (Mein Natur-Highlight!)

Persönliche Empfehlung: Quinta Dos Sabores – Unbedingt besuchen!

Quinta dos Sabores Azoren Restaurant

Unscheinbar & doch ein Highlight: Eingang zur Quinta dos Sabores (Foto: Atilla Wohllebe)

Zum Abschluss noch ein paar Worte zur Kulinarik: Wer die Azoren besucht und weder Fisch noch Fleisch mag, bekommt definitiv ein Problem. Ansonsten gilt: Das Essen ist lecker & lecker, die Preise liegen kurz unter deutschem Niveau.

Eine persönlich Empfehlung MUSS ich einfach noch aussprechen: Das Restaurant „Quinta dos Sabores“ (Website, Tel. +351 917 003 020). Besucht dieses Restaurant! Tut es! Unbedingt! Es ist das beste, das ich jemals in dieser Preisklasse gesehen habe!

Das Restaurant wird von einer Familie betrieben und liegt in einem umgebauten Bauernhaus. Eine Reservierung ist nicht nur notwendig, sondern verpflichtend. Bei der Reservierung gibt man seine Ernährungsgewohnheiten (Fisch, Fleisch, Vegetarisch, Vegan, kein Schwein etc. pp.) an. Alles was dann kommt, ist Überraschung – für rund 35 Euro pro Person haben wir rund zwei Stunden an einem Fünf Gänge Menü gegessen, Wasser und hausgemachte Limonade inklusive. Überhaupt alles hier ist hausgemacht, kommt zumeist sogar von der eigenen Farm. Die Gastgeber sind sehr herzlich.

Mit dieser Empfehlung schließt der Reisebericht – Fragen & Anregungen immer gerne per Mail oder Kommentar. Und damit: Ganz viel Spaß bei eurem Trip auf die Azoren!

Steilklippe Sao Miguel

Foto auf einer der zahlreichen Steilklippen auf Sao Miguel