Reisebericht Japan: Von Hiroshima nach Tokyo ??

Selfie vor Fuji - darf in keinem Reisebericht Japan fehlen

Kläglicher Versuch, einen Selfie mit der Spitze des Fuji im Hintergrund zu schießen

Inhaltsverzeichnis

1. Motivation, Rahmen & Vorbereitung
2. Anreise & Fortbewegung vor Ort
3. Kultur & Sehenswürdigkeiten
4. Kulinarisches Tipp: Okonomiyaki
5. Verpflegung für alle Fälle
6. Pokemon-Fans aufgepasst!
7. Hilfreiche Apps

Motivation, Rahmen & Vorbereitungen

Sind wir mal ehrlich: Eigentlich habe ich in den letzten ein, zwei Jahren nicht gerade wenig erlebt. Gleichzeitig gibt es da so ein, zwei Ecken auf der Erde, die ich unbedingt mal sehen will bzw. wollte – und eine davon ist eben Japan. So machen sich meine Freundin und ich uns im September 2018 für zwei Wochen auf nach Japan, um die versprochene Mischung aus Tradition und Moderne einmal selbst zu erleben.

Nach einigen Gesprächen mit Freunden, Kollegen und Bekannten entscheiden wir uns, Japan mit dem Zug zu erkunden. Den sogenannten „Japan Rail Pass“ muss man auf einer der zahlreichen (…nicht sehr zeitgemäß aussehenden…) Websites spezialisierter Reisebüros buchen. Vielmehr gibt es im Vorfeld nicht zu erledigen: Als deutscher Staatsbürger ist die Einreise denkbar unkompliziert.

Das „Guesthouse Azito“ in Hakone – cooles, gepflegtes Kapsel-Hostel!

Unsere Reiseroute wird uns über zwei Wochen von Hiroshima nach Tokyo führen. Unsere Zwischenstationen werden Osaka, Koyasan, Kyoto und Hakone sein, wobei wir zwischendurch einen Abstecher nach Nara machen werden. Für die Übernachtungen wählen wir Tempel (Koyasan), Hostels (vgl. Bild rechts) und einfache Hotels sowie (zum Schluss) ein sehr komfortables 4-Sterne Grand Nikko Tokyo Daiba Hotel.

Was es in Japan zu entdecken gibt, lässt sich natürlich nur schwer und sicher niemals vollständig in Worte fassen – gleichwohl will ich es nicht unversucht lassen: Das Ergebnis ist der folgende Reisebericht über Japan – ich freue mich über Fragen, Kommentare und Anregungen! 🙂

AnreisE & Fortbewegung

Mit British Airways geht es ab Hamburg über London zunächst nach Tokyo. Da wir unsere eigentliche Reiseroute jedoch erst in Hiroshima beginnen werden, fliegen wir von Tokyo noch nach Hiroshima mit einem Inlandsflug weiter. (Für Sparfüchse: Hier könnte man auch schon den Japan Rail Pass nutzen!)

Ab Hiroshima gibt es für uns dann nur noch den Zug. Mit dem Japan Rail Pass nutzen wir in vielen Großstädten Teile des ÖPNV gratis mit. Gleichzeitig haben wir praktisch auf der gesamten Strecke von Hiroshima nach Tokyo freie Fahrt mit dem Shinkansen. Lediglich für ein paar Teilabschnitte unserer Reise werden ein paar Yen fällig. Als mit Abstand beste Navigationsapp für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr erweist sich über die „Japan Official Travel App“ (Play Store Link). Hierüber lassen sich auch Routen, die sich mit dem Japan Rail Pass kostenfrei nutzen lassen, bevorzugt anzeigen.

Eine kleine Bemerkung für alle, die in Anbetracht der japanischen Schriftzeichen Nervosität verspüren: Japan ist extrem gut organisiert. Die Züge fahren genau dort und genau dann, wann es auch geplant ist. Das Englisch aller Bus-, Bahn- und Bahnhofsmitarbeiter reicht, um einem mit Händen und Füßen auf jeden Fall irgendwie weiterzuhelfen und die Beschilderung im gesamten öffentlichen Verkehrsnetz ist ebenfalls sehr gut (und meistens auch auf Englisch).

Fun Fact übrigens zum Thema Bahnfahren in Japan: In Japan gibt es das sogenannte Pointing and Calling (Wikipedia Link). Das Prinzip ist einfach – Befehle und Kontrollen im Betrieb werden von den Bahnmitarbeitern nicht nur per Blick, sondern auch mit Fingerzeig und Aussprache „begleitet“. So passiert es durchaus, dass der Zugführer in seiner Kabine plötzlich aus dem Nichts heraus auf irgendein Signal zeigt, an dem man gleich vorbeifährt – eben um zu prüfen, ob es auch wirklich auf Grün steht. Die ersten Male ist man geneigt, die Leute gedanklich für verrückt zu erklären.

Kultur: Ein Mischung aus Tempeln, Manga & Moderne

Das spannendste am Reisebericht Japan ist sicherlich ein Blick auf die Kultur bzw. die Eigenarten das Landes. Japan ist ein extrem vielfältiges Land der Moderne mit einer langen Geschichte und jeder Menge Tradition. Ehrlicherweise: Nach ein paar Tagen hatte ich durchaus einen „Overflow“ aus buddhistischen Tempeln, Manga-Stores, Sega-Spielhallen, ständiger Musik-Beschallung (in den Großstädten) und Shinto-Schreinen.

Im folgenden habe ich ein paar Eindrücke aus insgesamt zwei Wochen Japan zusammengestellt, die sicherlich einen guten Einblick in die Vielfalt dieser Reise gewähren:

Dieses Foto entstand im Fukuchiin Tempel in Koyasan. Die rund 100 Euro pro Person für eine Übernachtung inkl. Frühstück und Abendessen kann man sich sparen…

Keine Fotos, trotzdem aber sehr zu empfehlen sind übrigens die sogenannten Onsen: In den traditionellen japanischen Bädern finden sich nicht nur Japaner. Auch ein paar Touristen nehmen sich hier nach einem anstrengenden Tag ein paar ruhige Minuten, um einfach mal abzuschalten. Es gelten (mehr oder minder) strenge Verhaltensregeln, über die man sich vorher kundig machen sollte. Wir haben den Tenzan Onsen in Hakone (Link auf Google Maps) besucht und dort rund zwei Stunden verbracht.

Ich kann dringend empfehlen, sich vor Ort auf einfach alles mal einzulassen, alles anzugucken und alles auszuprobieren: Ganz gleich, ob Manga-Stores, Geishas, riesige Tempelanlagen oder Hightech-Toiletten – es gibt jede Menge zu entdecken!

Kulinarisches Highlight: Must-Eat Okonomiyaki

Definitiv ans Herz legen kann ich jedem nur Okonomiyaki. Die herzhaften Pfannkuchen bestehen in der Regel in der Grundlage aus Kohl, Sojasprossen, Teig und einem Ei. Dazu gibt es unterschiedliche Toppings. Die Zubereitung erfolgt zumeist auf einer heißen Herdplatte direkt am Tresen, von wo der Gast den Okonomiyaki dann auch isst: Happenweise wird mit einem Spachtel (…oder so…) ein Stück Okonomiyaki abgetrennt, auf einen kleinen Teller gehoben und von dort mit den Stäbchen weggegessen. Mit rund 10 Euro ist man preislich dabei.

Drei Restaurant Empfehlungen für leckeren Okonomiyaki 

Wir waren insgesamt vier oder fünf Mal Okonomiyaki in Japan essen. Besonders empfehlen kann ich folgende Läden:

  • Hiroshima: Die authentische Okonomiyaki-Erfahrung. Sieht von außen aus wie ein Parkhaus (…ist glaube ich auch eines…), ist aber wirklich richtig gut. Sucht nach dem Eingang zu einem Parkhaus. In der Einfahrt ist links ein unscheinbarer Fahrstuhl. Geht dort rein und fahrt in den zweiten, dritten oder vierten Stock. Dann setzt euch an eine der zahlreichen „Okonomiyaki-Bars“. Seeeehr lecker! (Link zu Google Maps)
  • Nara: Surugamachi – das wohl herzlichste Restaurant. Betrieben von einer Damen mittleren Alters könnt ihr hier echte Gastfreundschaft erfahren. Meine Bewertung (Link zu Google Maps) lässt vermutlich wenige Fragen offen. Vorbehaltlose, dringende Empfehlung für alle, die Nara besuchen! (Link zum Restaurant bei Google Maps)
  • Tokyo: Auch das „Okonomiyaki Carp“ am Bahnhof Akihabara in Tokyo hat mir extrem gut gefallen. Zwei freundliche Gastgeber, ein guter Pfannkuchen und das ganze auch noch preiswert. Dazu: Keine anderen Touristen weit und breit. Ein gute Empfehlung für alle, die Lust auf Okonomiyaki in Tokyo abseits des Mainstream haben. (Link zu Google Maps)

Darüber hinaus gibt es auch in Deutschland drei oder vier Restaurants, wo man Okonomiyaki essen kann. Ich war bereits kurz nach dem Japan Urlaub mal in Berlin. Hier kann ich das folgende Okonomiyaki Restaurant empfehlen: Das Harapeco in Berlin liegt direkt am Bahnhof Ostkreuz, der Okonomiyaki hier hat wirklich sehr, sehr gut geschmeckt! (Link zu Google Maps)

Hands-On Verpflegungstipps & kulinarische Impressionen

So viel erstmal zum Thema Okonomiyaki. Natürlich gibt es in Japan auch jede Menge weiterer Köstlichkeiten und Kuriositäten zu entdecken – einige Highlights habe ich hier mal zusammengestellt:

Wenn ihr auf eurer Reise irgendwann an den Punkt kommen solltet, an dem ihr einfach nur noch möglichst convenient essen wollt, kann ich euch drei Dinge empfehlen:

  1. Ichiran: Die Ramen-Kette gibt es in praktisch jeder größeren Stadt, zumeist gleich mehrfach. Hier gibt es gute Ramen Suppe zu einem fairen Preis inklusive Trinkwasser-Flatrate. Lohnt sich!
  2. 7-Eleven (I/II): In der Supermarktkette gibt es im Kühlregal gefüllte Reisbällchen – eine echte Universalmahlzeit, egal, ob morgens, mittags oder abends!
  3. 7-Eleven (II/II): Fast jeder 7-Eleven hat zwischen den Kassen so eine Vitrine mit warmen Fingerfood-Speisen stehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, zeigt da einfach drauf und bestellt „Chicken Spicy“ – im Resultat gibts eine frittierte Hähnchen-Brust (glaube ich) mit ordentlich würzigem Geschmack.

Pokemon-Fans aufgepasst: Pokecenter in Osaka besuchen

An dieser Stelle noch eine kleine Empfehlung für alle, die (ganz heimlich natürlich) eingefleischte Pokemon Fans sind: Ein Besuch in einem der Pokemon Stores (oder auch Pokemon Center genannt) lohnt sich durchaus. Neben jeder Menge Merchandise gibt es hier auch durchaus ein paar ambitionierte Jung-Trainer beim Kampf mit den Karten Decks zu beobachten (…Ja, echt jetzt…). Wer dagegen einfach nur einkaufen möchte, kann neben Pikachu Essstäbchen, Pokemon Pullovern und Glumanda Plüschfiguren unter anderem die folgende Nützlichkeit (Ton an!) erwerben:

Das wohl größte Pokemon Center Japans findet ihr in Osaka direkt am Bahnhof. (Google Maps Link)

Liste mit Hilfreichen Apps

Zum Schluss noch ein paar Apps, die meiner Meinung nach einfach definitiv mit aus das Smartphone gehören, wenn ihr Japan bereisen wollt:

  • Japan Official Travel App: Für die Navigation im öffentlichen Nah- und Fernverkehr einfach die beste App überhaupt in Japan! (Play Store Link)
  • Japan Connected Free Wifi: Mit einem Klick und etwas Glück findet ihr praktisch im ganzen Land ganz einfach einen WLAN Hotspot und werdet dort auch direkt eingeloggt! (Play Store Link)
  • Tripadvisor: Ich nutze Tripadvisor vor allem, um gute Restaurants zu finden. Mein Vorgehen ist dabei ganz stumpf – ich nehme einfach eines der besten Restaurants in der günstigen Kategorie. Das war bisher praktisch immer einfach Volltreffer! (Play Store Link)
  • Google Maps: Meine Allzweckwaffe für alle Fälle. Orte markieren, Bewertungen durchlesen, Bilder angucken – Google Maps ist immer mit dabei. Nachteil in Japan: Es stehen offenbar keine Offline Karten zur Verfügung. (Play Store Link)
  • GPX Viewer Pro: Für alle, die zwischendurch mal Wandern wollen – GPX Datei reinladen und loslaufen! (Play Store Link)

Ich wünsche euch viel Spaß auf eurer eigenen Reise und freue mich über Kommentare, Fragen & Anregungen!